AngelbootKNEESE – Streit im ehemaligen Grenzgebiet:
Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann ist verärgert. Denn er möchte die Nutzung eines Bootes für den Angelsportverein Kneese auf dem Dutzower See, der ein Teil des Schaalsees ist. Dabei stößt er allerdings auf Widerstand beim Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee. “Bei der Sitzung im vergangen Jahr hat das Amt so reagiert, dass durch die Köder der Angler, der Nährwert des Schaalsees zerstört werden könnte. Diese Ausrede und auch, dass der Fischotter in dem Gebiet durch das Boot vertrieben werde, habe ich widerlegt”, sagt Hoffmann. Er ist der Meinung, dass das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee immer wieder Anfragen der Gemeinde ablehne.

 ”Ich bin bei jeder Sitzung des FFH-Managementplanes dabei gewesen. Wenn ich mir aber anschließend die Protokolle durchlese, steht da immer etwas Falsches drin. Die drehen mir das Wort im Munde um”, sagte Hans-Jürgen Hoffmann bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Kneese. Jetzt soll Schluss sein. “Deren Ablehnungsstatistik sieht gut aus. Grund: Wir haben nie schrift liche Anträge gestellt, also brauchten sie auch nie schriftlich ablehnen. Das wollen wir jetzt ändern”, so Hoffmann weiter.

Das Amt für das Biosphärenreservat weist die Kritik zurück. “Ich war im vorherigen Jahr bei der Beratung dabei. Wir haben Herrn Hoffmann erklärt, dass seinem Antrag die Gesetzgebung entgegen steht. Das heißt, die Nutzung eines Bootes auf dem See ist nicht möglich, weil sich das Gewässer in einem Naturschutzgebiet befindet. Und die Biosphärenreservats-Verordnung verbietet das Befahren des Dutzower Sees mit einem Boot”, sagt Rainer Mönke vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee. Mit dieser Aussage will sich Kneeses Bürgermeister nicht zufrieden geben, deshalb stellt er nun einen Antrag. “Ich befürchte aber, dass der Antrag eine FFH-Prüfung nach sich zieht. Das bedeutet, dass die Gemeinde für ein Gutachten wieder Geld ausgeben muss, obwohl wir schon wissen, dass der Antrag vom Amt abgelehnt wird”, sagt Hoffmann. Diese Gutachten gehen auf Kosten der Gemeinde, also des Steuerzahlers, so der Bürgermeister. Das kann und will er nicht akzeptieren. “Das Amt brüstet sich damit, dass es EU-Gelder investiert. Aber wohin geht denn das Geld? Die Region, also die Gemeinden haben nichts davon”, so Hoffmann. Er will jetzt den Wissenschaftlichen Direktor und Leiter des Amtes für das Biosphärenreservat, Klaus Jarmatz, zur nächsten Gemeindevertretersitzung im März einladen: “Vielleicht können wir dann die Problematik einmal mit Herrn Jarmatz persönlich diskutieren.”

Quelle: SVZ – 16. Februar 2011 von Sabrina Panknin

Ein Kommentar zu “Kneese: Streit um ein Angelboot”

  1. WHam 01.04.2011 um 09:56

    Lächerliche Begründung für den angeblichen Schaden, den ein Angelboot bzw. die Köder von einem Boot auf dem See verursachen soll. Das übliche Nichtberücksichtigenwollen der kleinsten Bedürfnisse von Anwohnern im Biosphärenreservat durch die Verwaltung!

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