radwegso titulierte die Schweriner Zeitung am 05.Februar die neueste Dechower Problematik.

Seit Jahren ärgern sich Dechower und Röggeliner Einwohner darüber, dass die Kreisstraße 9, die beide Orte verbindet, sehr schmal ist und die Randstreifen ständig löchrig sind.
Die Kreisstraßenmeisterei hat auf Druck der Gemeinde in der Vergangenheit zwar mehrmals ausgebessert, aber das zeigte nicht lange Erfolg.
Sich begegnende Autofahrer haben sich bereits die Außenspiegel abgefahren, für Radfahrer ist es eine Zumutung auf die Löcherpiste auszuweichen.
Die Gemeindevertretung Dechow, insbesondere ihr Bürgermeister Jürgen Haupt, haben sich seit 2 Jahren nachdrücklich dafür eingesetzt, dass Straße und Radweg (Hamburg – Rügen) vernünftig ausgebaut werden.
Dazu gab es zahlreiche vor Ort Termine mit verschiedensten Versorgungsträgern und Ämtern, auch mit dem Amt für das Biosphärenreservat “Schaalsee”, um den Trassenverlauf festzulegen.


Daraufhin ließ die Kreisverwaltung eine Planung erarbeiten, die seit dem Herbst 2010 vorliegt und 2011 in die Ausführung gehen sollte.
Ende Januar 2011 erfuhr der Bürgermeister auf Anfrage, wann der Baubeginn geplant ist, dass das Vorhaben vom AfBr und den Naturschutzverbänden abgelehnt wurde wegen der Vogelschutzrichtlinie.
Ein kurzfristiger Termin mit den zuständigen Naturschutzstellen und – verbänden fand noch im Februar statt, jedoch beharrten alle auf ihrer Meinung: 8 m sind zu breit für eine Kreisstraße mit angrenzendem Radweg, vor allem in einer von Hecken besäumten Straße. Der Platz ist zwar da, aber dann sollte der Radweg doch getrennt von der Kreisstraße hinter die Hecke – was für eine Logik!?
Nun liegen die teuren Planungsunterlagen in der Schublade – verschleuderte Steuergelder.
Zwei Dechower Bürger äußerten sich in Leserbriefen:

3 Kommentare zu “Radwegebau droht am Naturschutz zu scheitern”

  1. adminam 22.04.2011 um 15:59

    Wo liegt das Problem?
    Die Gemeinde Dechow verfügt über einen breiten Straßenraum zwischen zwei Hecken, der 20 Jahre nach der Wende, nun endlich zum vernünftigen Ausbau der Kreisstraße und eines Radweges genutzt werden soll.
    Dafür sollen die Hecken nicht abgenommen, sondern im Innenraum nur etwas zurück geschnitten werden.
    Uns Reservatsbewohnern ist es völlig egal, wie breit die Verkehrsanlagen dabei ausgeführt werden, wir möchten eine befahrbare Straße ohne Schlaglöcher im Randstreifen und einen Radweg zwischen Dechow und Röggelin, der übrigens in allen Radwanderkarten als überregionaler Radfernweg Hamburg – Rügen ausgewiesen ist – peinlich, dass es ihn im Bereich Dechow bisher gar nicht gibt.

    Es ist schon sehr verwunderlich, dass sich bestimmte Umweltämter, -einrichtungen und -verbände so furchtbar einig sind, gegen diese Maßnahme aufzutreten.

    Was soll nun noch dieser abwegige Unterstützungsvorschlag vom Nabu, den Radweg hinter die Hecke zu legen?
    Warum sollen die Tiere / Vögel zweimal aufgescheucht werden – im Straßenbereich und hinter der Hecke?
    Diese kurvenreiche Strecke ist ohnehin schon schlecht einzusehen, wer will dann von unseren Kindern und Jugendlichen im Dunklen noch hinter einer Hecke fahren?
    Den Tieren wird es wohl gleich sein, ob sie eine 8 m breite Straße überwinden oder zwei getrennte Bahnen.

    Wer wird in diesem inszenierten Streit siegen?
    Die Baugesetze der Bundesregierung, die bestimmte Straßenbreiten vorschreiben oder die übertrieben ausgelegten Naturschutzgesetze?
    Zum Leidwesen, der auf den Plan gerufenen Umweltbewahrern, gibt es ja leider noch keine Festlegungen für reduzierte Straßenbreiten in Biosphärenreservaten.

    Biosphäre heißt eigentlich : Mensch und Natur.
    Für Flora und Fauna wird seit Jahren viel Geld ausgegeben. Ständig gibt es neue Gutachten, Managementpläne, Sondermittel usw. – Wir Reservatsbewohner vermissen immer öfter den Anteil Mensch, wir werden nur geduldet.

  2. adminam 22.04.2011 um 16:14

    Vogelschutz vor Menschenschutz?
    Wenn Herr Rüdiger Ullrich aus Stove es für richtig hält, sich zu Dechower Angelegenheiten zu äußern, so wäre es wünschenswert gewesen, wenn er sich zunächst sachkundig gemacht hätte. Es macht eben keinen guten Eindruck ohne Sachkenntnis die Presse zu bemühen.
    1. Die Ausbaubreite wird nicht von der Gemeinde Dechow sondern vom Landkreis Nordwestmecklenburg vorgegeben. Das zu den vermessenen Ansprüchen der Dechower.
    2. Die beteiligten Parteien sind seit Jahren im Gespräch. Die Planung ist das Ergebnis dieser Gespräche unter anderem beim Kreis und mit dem Amt für das Biosphärenreservat.
    3. Die Naturschutzverbände, die jetzt glauben einen teilweise zugewucherten Graben an der Kreisstraße zum Biotop erklären zu müssen (Volgelschutz etc.), müssen dann auch zunächst einmal die Frage beantworten, wieso im gleichen FFH- und SPA-Gebiet ein paar hundert Meter weiter ganze Knicks herunter geschnitten werden dürfen.
    Was wird den Naturschützern einfallen, wenn auf der schmalen Straße – was Gott verhüten möge – ein schwerer Unfall geschieht?

  3. WHam 26.04.2011 um 09:38

    Hauptamtliche Naturschützer zeigen hier ein menschenverachtendes Gesicht. Einerseits werden alte Erlen an einem Naturteich vernichtet, um Licht und Sonne zu schaffen für Libellen und Rotbauchunke, die sich dann nach deren Willen dort ansiedeln sollen. Nätürlichkeit wird vernichtet durch einen groben Eingriff in die Natur für eine Hobbyhoffnung. Andererseits darf eine Hecke nicht auf ihre Ursprünglichkeit gesetzt werden, wo doch diese Pflegemaßnahme auch im Biosphärenreservat regelmäßig vorgeschrieben ist! Wer urteilt hier eigentlich wo nach? Minimalgebote beim Straßenbau im Biosphärenreservat führen dazu, dass auf rekonstruierten Straßen weder zwei Autos noch Auto und Fahrrad gefahrlos aneinander vorbei koimmen! Wo bleiben besonders die Kinder, die doch eigentlich früh für und nicht auf solche Weise gegen den Naturschutz sensibilisiert werden sollten!

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