Als ehrenamtliche Gemeindevertreter von Thandorf haben wir in den vergangenen Jahren Möglichkeiten gesucht, die Geschwindigkeit von durchfahrenden Fahrzeugen im Dorf so zu drosseln, dass die Gefährdung unserer Kinder als auch älterer Mitbürger verringert wird. Dabei ging es unter anderem um den Bereich der Bushaltestelle, die sich auf der anderen Seite des Fußweges befindet, den Spielplatz am Dorfeingang, als auch um einen Kurvenbereich, hinter dem unmittelbar der Fußweg auf der einen Seite der Straße endet und auf der anderen Seite weiterführt.

Fußwegwechsel

Fußwegwechsel

Bushaltestelle

Bushaltestelle

Spielplatz am Dorfeingang

Spielplatz am Dorfeingang

Im vergangenen Dezember wurden auf der gleichen Kreisstraße (ca. 5km entfernt von Thandorf) Fahrbahnschikanen errichtet, die zum einen „dem Recht“ widersprechen, Autofahrer schikanieren und aus Sicht von Umweltschutzgedanken unsinnig erscheinen. Auf einer Strecke von 1500m zwischen Utecht und Rothenhusen wurden 34 Schilder, 3 Bodenschwellen und eine elektronische Geschwindigkeitskontrolle installiert.

Schild Radarkontrolle

Schild Radarkontrolle

max. 30 km/h Otterwechsel

max. 30 km/h Otterwechsel

1. Farhbahnschwelle

1. Farhbahnschwelle

2. Farhbahnschwelle

2. Farhbahnschwelle

Krötenleitplanke

Krötenleitplanke

Krötentunnel

Krötentunnel

geplasterter Straßenabschnitt (sehr laut)

geplasterter Straßenabschnitt (sehr laut)

geplasterter Krötentunnel (extra laut)

geplasterter Krötentunnel (extra laut)

elektronische Geschwindigkeitskontrolle

elektronische Geschwindigkeitskontrolle

3. Fahrbahnschwelle

3. Fahrbahnschwelle

Wildzaun mit Tunnel

Wildzaun mit Tunnel

Ankündigung Radarkontrolle

Ankündigung Radarkontrolle

In Thandorf wurde uns Gemeindevertretern von der Straßenverkehrsbehörde im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass das aufgestellte max. 30km/h-Schild die einzige Möglichkeit darstellt, eine Verkehrsberuhigung in Thandorf zu erreichen (leider hält sich kaum jemand daran). Eine Radarkontrolle wurde aufgrund der geringen Verkehrsdichte abgelehnt, eine Fahrbahnschwelle sei „rechtlich“ unzulässig, weil sie den fließenden Verkehr behindere.

Nun stellen sich die Bewohner unserer Gemeinde als auch die der umliegenden Dörfer die Fragen:
1. Warum dürfen für Otter (die bisher noch nie jemand gesehen hat) Fahrbahnschwellen errichtet werden, jedoch nicht für Kinder?
2. Warum sind für „Otter“ Radarkontrollen angebracht, aber nicht für Kinder?
3. Warum errichtet man Wildzäune, wenn doch der Verkehr durch die Fahrbahnschwellen gedrosselt ist?
4. Warum errichtet man Ottertunnel, wenn doch der Fluss (Wakenitz) nur 1500m entfernt befindet?
5. Warum baut man einen Ottertunnel unter eine Fahrbahnschwelle, die doch zusätzlichen Lärm bewirkt?
6. Warum wird der Krötentunnel gepflastert, wenn doch das Überfahren des Tunnels so extra laute
Geräusche verursacht?
7. Warum wird ein Teilstück der Straße gepflastert, wodurch doch auch zusätzlich Lärm generiert wird?
8. Warum errichtet man zusätzlich noch eine elektronische Verkehrstafel, wenn man doch ohnehin
kaum noch schneller als 50km/h auf diesem kurzen Ende erreicht?
9. Wozu errichtet man 34 Masten mit Schildern?
10. Wie lässt sich das dieser zusätzliche CO2-Ausstoß durch das ständige Bremsen und Beschleunigen
im Sinne des Naturschutzes rechtfertigen?
11. Was kommt als Nächstes?

Bei dieser Thematik ist anzumerken, dass diese Straße durch den ehemaligen Grenzbereich der deutschdeutschen Teilung führt. Natürlich ist jeder, den man hier in der Gegend fragt dafür den Umweltschutz zu fördern und sollte es tatsächlich Otter in dieser Gegend geben, möchte sicher auch niemand diese Tiere überfahren, aber diese Prestigestrecke sprengt das Verständnis.

Quelle: Stefan Schaeper, Thandorf

Ein Kommentar zu “Schizophrene Verkehrsberuhigungen/-bestimmungen – SCHILDbürgerland?”

  1. WHam 09.09.2011 um 19:25

    Die Arroganz der Naturschutzbeflissenen ist immer wieder unübertroffen. Es wird mit unsern Steuergeldern um sich geschmissen, dass man nur staunen kann, weil es doch sonst an allen Ecken und Enden fehlt. Noch ein Krötentunnel und noch eine neue Brücke, weil doch an der alten der Ottertunnel fehlt, aber der Kindergarten kann nicht erweitert werden, und noch eine Wildbrücke (die sowieso von keinem Stück Wild belaufen wird) über die Autobahn, dafür wird die ehemalige Verbindung zwischen den beiden Dörfern links und rechts an der Autobahn gestrichen. Man fragt sich dann (allerdings vergeblich), wer genehmigt diese Maßnahmen, die oft in keinem Verhältnis stehen? Ein Otter, der evtl. vorhanden sein könnte, was aber lange nicht bewiesen ist, ist natürlich schützenswerter als unsere Kinder oder Älteren. Da muß auch schneller entschieden werden. Das ist alles schon makaber, aber wir lassen es uns gefallen! Und die überregionalen Politiker schmücken sich doch zu gerne mit Naturprojekten und geben sich damit den Anschein, wie groß doch ihr Umweltbewußtsein ist. Die Vor-Ort-Verhältnisse spielen für sie nur eine untergeordnete Roll. Die paar Wähler!

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